Ikea-Hacks für Busfahrer – Nummer 4: Zusätzlichen Stauraum schaffen im VW T5 Multivan durch ein Dachnetz

Ok, ist eigentlich kein Ikea-Hack, passt aber thematisch einigermaßen gut und wird deshalb hier einkategorisiert!

Dass man im Bus zu wenig Platz haben kann, wird einem erst dann bewusst, wenn man zum ersten Mal einen besitzt. Vorher glaubt man das einfach nicht. Vielleicht kann man sich auch darüber streiten, weil man ja durchaus den Innenraum komplett mit Kisten vollstellen kann und da dann erst mal genug Stauraum hat, aber wenn man wie ich auch noch gern hätte, dass es schön und gemütlich im Bus aussieht, kommt man teilweise an die Grenzen.

Vor kurzem wurde ich deshalb hellhörig, als ich zufällig über ein Dachnetz für den California stolperte. Ich wusste bis dahin nicht, dass es so etwas gab und war kurz davor, es zu bestellen. Als ich es genauer begutachtete, sah ich aber (was dann auch eine kurze Recherche zeigte), dass das Netz verschraubt wird. Und in den Himmel schrauben wollte ich nicht, zumal ich nicht sagen kann, ob es überhaupt halten würde, wenn es im weichen Multivanhimmel statt von unten an das harte Hochdach des California geschraubt wird. Von der Idee aber begeistert, eine einfach Ablagemöglichkeit für leichte Dinge zu schaffen, suchte ich weiter und fand schließlich ein universelles Gepäcknetz, das von den Maßen passen könnte. Für nicht mal 10 Euro wanderte es in den Warenkorb und war zwei Tage später da.

Jetzt ging es daran, es zu befestigen. Im Lieferumfang sind sowohl Karabinerhaken, als auch Fixpunkte, die geklebt oder verschraubt werden können und an denen die umlaufende Gummileine dann angehängt wird. Wahrscheinlich sind diese geschraubten Fixpunkte die beste Lösung, was Platzierung und Stabilität angeht, allerdings wollte ich ja nicht schrauben. Also der erste Test:

Dachnetz an den Griffen befestigt

Befestigung an den Haltegriffen. Der Bus hat hinten zwei an der B- und zwei an der C-Säule. Befestigt man das Netz daran, spannt es sich relativ perfekt am Himmel entlang. Erstes kleines Fazit: Gefällt mir. Ich bin fast enttäuscht, dass es so einfach war und verstaue meine selbstgebaute Verdunklung darin. Als ich mich anschließend auf die Rückbank setze, um mein Werk zu betrachten, dann die Ernüchterung. War der Kopfabstand zur Decke bisher schon nicht der beste, berühre ich jetzt das Netz… Natürlich würde es gehen und zu 90% bin ich ja eh der Fahrer, trotzdem muss hier etwas geändert werden. Entweder ein anderes Netz oder eine andere Stelle der Aufhängung.

Also noch mal in die Tüte gegriffen und die Fixpunkte herausgeholt. Nicht sonderlich schön verarbeitet.. egal. Kurz per Augenmaß abgemessen und via mitgelieferten Klebepads auf die Dachholmverkleidung an der D-Säule geklebt – jeweils ans äußerste Ende, damit das Netz schön gespannt ist und damit so in die Breite gezogen wird, dass sich die Länge so weit verkürzt, damit es nach vorne weiterhin an den Haltegriffen an der C-Säule hängen bleiben kann. Netz eingehängt und wieder mal: Perfekt! Bis.. naja.. bis etwa eine Minute später der rechte Fixpunkt mit lautem Knall versuchte, die linke hintere Scheibe zu durchschlagen. Das Klebepad hält wohl doch nicht so ganz die Zugkraft aus.

Gefrustet war dann Feierabend. Eine Nacht darüber geschlafen und schon fast damit abgefunden, nun doch in den Himmel schrauben zu müssen. Oder alternativ eine zweite Verkleidung des Dachholms zu kaufen, auf der Rückseite Holzstücke zu verkleben/verschrauben und daran dann die hinteren Fixpunkte für das Netz anzubringen. Ich hatte noch die Hoffnung, dass ich vielleicht unter der Verkleidung fündig werden würde, doch nach dem Herausziehen dieser fand sich nur makelloses Metall.

Allerdings ist die Verkleidung ja, wie die meisten Verkleidungsteile, mit solchen kleinen Stiften festgeclipst. Mehr oder weniger als Versuch gedacht und ich hatte auch nicht wirklich daran geglaubt, dass es halten würde, habe ich das Gummiseil am linken und rechten Clip der Verkleidung (natürlich im abgebauten Zustand) eingehängt und die Verkleidung wieder angebracht. Zusammen mit den anderen Befestigungspunkten drücken die Stifte die Gummischnur jetzt nach oben und verankern sich fest in der Karosse. Sieht eigentlich ganz stabil aus. Es bleibt abzuwarten, ob das jetzt die endgültige Lösung ist, bisher bin ich aber zufrieden. Eventuell schaue ich noch mal, wie es unter den Haltegriffen aussieht und ob man da nicht ebenfalls das Netz direkt darunter befestigen kann – das wäre dann noch mal schöner, als es nur an den Griffen einzuhängen. Es sollte klar sein, dass man da nichts schweres transportieren kann, aber meine Isomatten sind ein dankbares Testobjekt, weil weder schwer, noch gefährlich (sollten sie herunterfallen).

Ich finde das gar nicht mal so hässlich! Man muss dazu sagen, dass ich das Netz auf diesem Bild noch nicht mittig angeordnet hatte und es deshalb ein bisschen komisch wirken könnte.

Update: Das Netz ist nun mittlerweile seit ca. einem halben Jahr eingebaut und funktioniert weiter tadellos. Für den Preis von 9 Euro hätte ich das nicht erwartet.

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3 Antworten

  1. Andi sagt:

    Das ist eine großartige Idee mit dem Netz. Habe ich direkt bestellt und werde mal schauen ob es für den nächsten Urlaub taugt. Ich liebe es mit welchen Kleinigkeiten/Hacks man den Bus optimieren kann. Wenn ihr noch mehr so taugliche Ideen habt werde ich hier wohl des öfteren mal reinschauen!

    Grüßle Andi

  2. Patric sagt:

    Hallo,

    finde die Idee super. Da ich relativ unerfahren bin mit Autoverkleidungen ausbauen, wollte ich fragen, wie ich vorzugehen habe. Habe Angst etwas zu beschädigen. Vielen Dank!

    Grüße

    Patric

    • Simon sagt:

      Hallo, sorry für die späte Antwort. Falls es noch hilft, kurz zu der Verkleidung: Am Rand Finger drunter drücken, nach unten ziehen und hoffen, dass nichts bricht ;)

      Bei Amazon gibt es auch so Verkleidungs-Werkzeug, das etwas hilft, in dem Fall hier geht es aber eigentlich problemlos „von Hand“.

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