Yas Marina Circuit und Ferrari World Abu Dhabi

„Formula Rossa – Blast away on the fastest roller coaster on the planet.“

Um dem Jet Lag vorzubeugen, sind wir gestern mehr oder weniger freiwillig um 8.00 Uhr aufgestanden und zum Frühstück getingelt. Nach dessen Verzehr sah der Plan eigentlich vor, zu einer Moschee hier in der Nähe zu fahren, allerdings konnte uns die Hoteldirektion nicht wirklich weiterhelfen, was Informationen hinsichtlich einer Busverbindung anging. Später wurde uns auch klar, warum. Die Busse hier scheinen ausschließlich von den indischen und pakistanischen Arbeitern benutzt zu werden. „Weiße“ fahren Taxi. Immer. Oder halt im eigenen Oberklasse-Wagen.

Yas Marina Circuit

Ich kann mich gar nicht genau erinnern, warum wir dann nicht zu der Moschee sind. Tatsache ist aber, dass die gestern erwähnte Formel-1-Strecke direkt vor der Türe liegt und auch die Ferrari World per Fußmarsch zu erreichen sein sollte. Zwei Ziele, die erreicht werden wollten.

Die Ferrari World öffnet ihre Pforten um 12:00 Uhr mittags (vermutlich, damit man sich unter der Mittagssonne gar nicht erst überlegt, den Weg zu Fuß zurückzulegen, sondern die heimische Taxilobby unterstützt), wir hatten also genügend Zeit, uns vorher den Yas Marina Circuit anzuschauen.

Auf der Karte sieht das Areal eigentlich recht angenehm überschaubar aus, geht man aber zu Fuß und hat die Sonne fast direkt über sich stehen, kommt einem das ganze ziemlich groß vor (gut, wahrscheinlich ist es auch ziemlich groß), spätestens dann, wenn man der Rennstrecke den Rücken kehrt (dazu kann ich jetzt gar nicht viel schreiben, außer: sehr schön, sehr protzig, aber ohne Autos darauf irgendwie witzlos) und merkt, dass die große Dachkonstruktion der Ferrari World, die man seit Beginn des Marsches fest im Blick hat, einfach immer noch größer wird, man aber scheinbar nicht wirklich näher kommt. Etwa jedes dritte Taxi sucht in der Zeit während des Weges Blickkontakt, lässt das Fenster herunter oder hupt kurz, um sich zu vergewissern, dass die einzigen zwei Idioten, die hier per Pedes unterwegs sind, a) noch am Leben sind und b) auch wirklich keine Hilfe in Form von einer günstigen Fahrt benötigen. Aber ich sag‘ ja immer: Um ein Land zu verstehen, muss man es erlaufen…

De Sultan hett Durscht!

Pustekuchen, das mach‘ ich nie wieder. Wenn da nicht im Abstand von einem halben Kilometer Trinkbrunnen gestanden hätten, wäre ich bereits tot. Dass wir am Leben waren, schien auch die indischen Arbeiter zu wundern, die ihre Siesta im Schatten einer Mauer hielten. So sind wir jetzt bestimmt auf irgendeinem indischen Youtube-Ableger zu finden, denn einer der Kollegen hielt uns das Handy mehr oder weniger direkt ins Gesicht, um uns zu filmen oder fotografieren – nicht mal unauffällig, wie ich das vielleicht mit ihm gemacht hätte, sondern direkt drauf. Egal, ich nehme das mal als Kompliment.

Nach etwa einer Stunde kamen wir dann doch noch an und stürzten uns ins nicht vorhandene Getümmel. Der Versuch der sehr netten Kassiererin, uns ein „Premium-Ticket“ zum nur fast doppelten Preis anzubieten, scheiterte wegen der fast nicht vorhandenen anderen Gäste. Mit diesem Spezialticket darf man sich in VIP-Bereichen in die Schlange stellen und sogenannte Priority-Lanes benutzen – man soll einfach viel schneller an die Attraktionen kommen. Mit im Ticketpreis enthalten ist eine All-You-Can-Drink-Option, die sich mir aufgrund der Non-Alcohol-Politik des Themeparks nicht ganz erschließt. All-You-Can-Drink mit Wasser und Cola? Wo ist denn da der Sinn?

Um es vorweg zu nehmen – das ‚günstige‘ Ticket hat völlig gereicht. Länger als 5 Minuten mussten wir nirgends anstehen, bei 80% mussten wir überhaupt nicht anstehen, weil kein Mensch da war, der sich vor uns hätte stellen können.

Formula Rossa

Endlich war es soweit: Die schnellste Achterbahn der Welt! Schon im Vorfeld war klar, dass ich diesen Gang alleine antreten würde. Diverse Videos ließen mich ahnen, dass das Ding schnell ist und auch schnell beschleunigt, ich dachte mir aber „hey, mein Moped ist auch schnell und das macht mit gar nichts aus!“. Zum zweiten Mal heute: Pustekuchen!

Das Ding ist so abartig schnell, dass man meint, es platzt der Kopf! Echt, ich übertreibe nicht! Zuvor noch groß getönt, ich würde wahrscheinlich 5 oder 6 Mal in Folge fahren und danach war ich froh, als das Zittern schon nach 10 Minuten wieder soweit zurückgegangen war, dass ich selbständig eine Zigarette zum Mund führen konnte. Was ich dann mit dieser Zigarette machen sollte und wie dieses ‚dran ziehen‘ geht, kam mir erst nach weiteren 10 Minuten, als sich mein Hirn langsam wieder von der Schädelrückwand löste. Ich glaube ernsthaft, mehr ist nicht auzuhalten und mich wundert, dass man ohne gesundheitliches Attest mitfahren darf. Ich wollte die Fahrt eigentlich filmen, aber Gott sei Dank wurde mir die Kamera von einem Security-Typen abgenommen. Ich hätte die niemals festhalten können.. undenkbar.. nieniemals! Silverstar in Rust? Ich lach‘ mich tot! Kinderfasching! Kein Vergleich!

Mir fehlen im Moment ein bisschen die Worte, um das schriftlich darzustellen, aber ich erzähl’s euch gern bei Gelegenheit. Wenn ich bis dahin wieder richtig reden kann.. danke Manu für die Kette, die Du mir geschenkt hast und die der Security-Typ leider übersehen hat. Toller Glücksbringer, wenn er mit 4 G Beschleunigung gegen den Kehlkopf hämmert. Was ist denn daran das ‚Glück‘ genau? Dass ich schon einen Tag später wieder kleine Portionen schlucken kann, wenn ich sie gut kaue? Na danke ;)

Der - knallharte - Beschleunigungsvergleich

Um die Beschleunigung etwas genauer zu erklären, hab‘ ich das mal in folgendem Schaubild anderen, sehr populären Fahrzeugen gegenübergestellt.

(und wer jetzt meint „boah, ist dem langweilig, wenn er unterwegs ist!“, dem sei gesagt: Nein, da war mir schon viel früher daheim langweilig!)

Ich dachte mir insgeheim während ich das Schaubild gemalt hab‘, dass ich dann so etwas schreiben würde wie: „War ganz nett, aber ich bin ja die Beschleunigung schon so gewohnt, dass das fast schon ein bisschen langweilig war..“ oder „BMW und Moped laufen halt 250 und die Formula Rossa riegelt schon bei 240 km/h ab..“ aber nach dem Tag und der Fahrt werde ich mich hüten, irgendetwas in dieser Richtung zu schreiben. Am Ende muss ich vielleicht irgendwann noch mal damit fahren und: ICH WILL NICHT!

Die anderen Attraktionen sind durchaus auch alle erwähnenswert weil durchweg sehr gut, mich übermannt jetzt aber langsam die Müdigkeit.. (Ortszeit wieder mal 2:15 Uhr) ich glaub, ich warte mit dem Hochladen noch bis morgen früh und muss dann halt vorher alle ‚heute‘ durch ‚gestern‘ ersetzen. Wenn es also inhaltlich oder grammatikalisch keinen Sinn mehr ergibt: Das war alles am Dienstag.

Ach so, eins noch: Abends waren wir noch in der ‚Marina Mall‘ – 700 Shops in einem Gebäude (inklusive Schlittschuhbahn, Bowling, Kinos und was weiß ich noch). Leider nur eine gute Stunde Zeit, bis die Mall geschlossen hat. Und, ich wollte wieder hinlaufen, weil es nach ‚ganz in der Nähe‘ aussah. Carina hat sich diesmal durchgesetzt. War gut so: Ungelogen 50km entfernt.. hihi.. :)

Nachtrag Mittwoch, 8:00 Uhr: Geweckt von Rennlärm, irgendwas mächtiges! Yes! Frühstücken, auschecken und ab an die Strecke! Der Flieger geht erst um 21-Uhr-nochwas.

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1 Antwort

  1. 23. März 2011

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