Facebook: Anstupsen – warum?

Aufgrund einer aktuellen Diskussion mit einigen Kollegen, sowie einer interessanten Theorie, die mir heute Nacht zugetragen wurde, muss ich das Thema nun doch schneller in Worte fassen, als ich das eigentlich vorhatte. Jeder Facebook-User wird die Funktion ‚Anstupsen‘ kennen. Analog zum ‚Gruscheln‘ in StudiVZ, was ja wohl als Wortbildung aus ‚grüßen‘ und ‚kuscheln‘ gilt und für mich schon immer etwas pseudoerotisch aufgefasst wurde. Mich hat aber nie jemand gegruschelt. Weil ich gar keinen Account hab (nicht mehr, nach dem mich 5 Jahre lang niemand gegruschelt hat *heul*). Eine Recherche im Netz brachte verschiedenste Meinungen zum Wort ‚anstupsen‘ hervor und unter anderem auch schockierende Wortdeutungen, die mich fortan belasten werden, immer, wenn mich jemand anstupst.

Ein Auszug aus der Facebook-Hilfe sagt:

Das Facebook-Feature zum Anstupsen kann für unterschiedliche Zwecke verwendet werden. Zum Beispiel kannst du deine Freunde anstupsen, um ihnen Hallo zu sagen. Wenn du jemanden anstupst, erhält dieser auf seiner Startseite eine Mitteilung darüber.

Auf der englischen Facebookseite wird die Übersetzung ‚poke‘ verwendet, wobei ich beim Poken vor meinem inneren Auge weniger ein süßes Fingerstupsen sehe, als vielmehr ein Metallica-Konzert und einen 2,10m großen, 1m breiten Typen, der mit bierglasigen Augen beim Titel ‚Fuel‘ mit der auf der Schulter befestigten Metallapplikation voraus in etwa 50cm Höhe auf mich zugeflogen kommt (man denkt gar nicht, wie sich die Reaktion in Extremsituationen verbessert – und wie die alte Frau ausgesehen hat, vor der ich in der Sekunde zuvor noch stand).

Enzyklo.de sagt folgendes:

an¦stup¦sen [V.1, hat angestupst; mit Akk.; ugs.]
1 vorsichtig anstoßen
2 [übertr.] in Aktion versetzen, zum Handeln auffordern; jmdn. a., damit er seine Angelegenheiten regelt

Die interessante Theorie, die ich eingangs erwähnte und mir tatsächlich auch die logischste scheint, stammt von einem Olaf J. – ich übernehme einfach mal den minimal zensierten Originaltext:

Die Anstupserei ist noch in der Betaphase und bringt dem Normaluser augenblicklich noch recht wenig. Solltest Du allerdings schon im Besitz einer Facebook-kompatiblen USB-Unterhose von xxxxxxxx sein und diese tragen, dann kribbelt Dir jedesmal das Möhrchen, wenn Du angestupst wirst. Ein iPhone-Adapter wird wahrscheinlich nach Abschluss der Betaphase auf den Markt kommen.

„Ziel ist es, FB-Freundschaften auf die nächste Ebene zu bringen“, so Mark Zuckerberg in einem Interview mit dem ‚Daily Oppressor‘.

Gerüchten zufolge soll der Dienst bidirektional funktionieren und nach dem Anstupsen Daten über Möhrchen an FB senden. Diese werden aus nicht weiter bekannten Gründen gesammelt.

Macht Sinn. Muss ich so stehen lassen. Ein weiterer Entwicklungsschritt wird sicherlich die Integration in eine Badehose sein und man muss sich nicht mehr nur mit der Ortsangabe im Urlaub durch ‚Facebook Orte‘ (vgl. Artikel von vor genau 5 Monaten) begnügen, sondern kann auch schnell und einfach seine Community wissen lassen, wie kalt der Gebirgsbach ganz genau ist, in dem man gerade ausgerutscht ist.

Da auch der sogenannte Freundefinder mit den Daten versorgt wird, kommt es fortan beim ersten gemeinsamen Kneipenbesuch mit der neu gefundenen Freundschaft endlich nicht mehr zum peinlichen Rüberschauen auf der Toilette. Wie oft musste ich das schon erleben und der ansich nette und redselige neue (oder auch alte) Bekannte brachte – dem schieren Respekt wegen – den ganzen Abend kein Wort mehr raus (wobei das auch besser geworden ist, seit ich BMW fahre). Sicherlich auch für die weiblichen Facebook-Nutzer bei der Partnerwahl sinnvoll – es gibt ja bereits diese Topfollower-Listen und mir schwirrt auch schon ein Pendant dazu durch den Kopf, für das man diese Funktion hier nutzen könnte – auch so eine Art Top 10, näheres kann ich aber noch nicht ausführen.

Schockiert war ich über die gefundene Definition auf einer Seite, die ich nicht näher nennen möchte (und mir auch nicht unbedingt 100% sicher bin, wie vertrauenswürdig diese Information ist):

Anstupsen bedeutet eigentlich, jemanden mit der Fingerkuppe leicht, aber merklich zu berühren, so dass er aufmerksam wird. Im übertragenen Sinne wurde das Wort ‚anstupsen‘ in den 1950er Jahren auch verwendet für ‚mit dem Pen*s berühren‘, ohne ihn einzuführen [..]

Das böse P-Wort hab‘ ich mal zensiert, weil es die falsche Zielgruppe auf meine Seite locken könnte, wenn das so über Google gefunden wird.

Als Fazit möchte ich zusammenfassen, dass mir nach wie vor der Sinn verborgen bleibt, weil ich – wie ich bereits über ein anderes Medium verbreiten durfte – beim Anstupsen zwangsläufig an den alten Onkel dachte, der der süßen Nichte lüstern in die Hüfte piekst. Seit gerade denke ich aber beim Anstupsen an die letzte Definition.. Ich möchte bitte, dass ihr, wenn ihr a) männlich seid und b) wirklich glaubt, ihr müsstet mich anstupsen, dieses Bild vor Augen habt. Danke.

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