Mit Airfoil und iTunes das Haus beschallen

Wer kennt nicht folgende Situation: Was als kleine Geburtstagsfeier mit gepflegtem Kaffee und Kuchen begann, artet innerhalb von Minuten aus und die Bude steht voll mit dubiosen Typen, die man – viel Glück vorausgesetzt – schon ein oder zwei Mal gesehen hat und vielleicht sogar ein paar davon beim Namen kennt. Im Wohnzimmer sitzen die angenehmen Gäste, die sich bei Looping Louie die Kante geben, im Arbeitszimmer die coolen Leute, die mithilfe des iMac über die aktuellsten Youtube-Kracher fachsimpeln, der Balkon ist prall gefüllt mit Langhaarigen, die sich ohne Looping Louie die Kante geben und in der Küche stehen die Mädels, die – naja – kochen (oder was Mädels in einer Küche halt so machen – ich war da noch nie drin, kann also nur mutmaßen). Was sie alle vereint ist die Tatsache, dass sie – mit Ausnahme des Gastgebers natürlich – keine Ahnung von Musik haben und vor allem nicht zu merken scheinen, dass man um 4 Uhr morgens an einem Donnerstag die Anlage besser nicht mehr auf Vollanschlag aufdreht, soll ein fristgerechtes Ausziehen aus der Wohnung noch möglich bleiben. Die einfache Lösung, die Musik überall gleichmäßig und gleich laut zu verteilen, besteht nun darin, das ganze Haus zu verkabeln und an allen wichtigen Punkten Lautsprecher anzubringen. Die etwas schönere und auch etwas teurere Lösung wäre, statt den verkabelten auf drahtlose Lautsprecher zu setzen.

Es geht aber noch viel stilvoller – und viel teurer! Wobei.. eigentlich brauchen wir dazu nur die Geräte, die eh schon meist irgendwo im Haushalt zu finden sind (einfach mal Mutti fragen, die weiß in der Regel, wo gerade was rumliegt): einen iMac, ein MacBook, ein iPad und ein iPhone plus Lautsprecherdocking (zusätzlich schadet ein iPod Touch nicht).

Zusätzlich zur Hardware benötigen wir eine iTunes-Library, die entweder auf dem iMac oder auf dem MacBook liegt, und ein Stück Software, das sich Airfoil nennt. Airfoil brauchen wir als Serverversion dort installiert, wo sich die Musik befindet – in unserem Beispiel auf dem iMac. Als Clientversion kommt sie auf das MacBook und als App-Version (Appstore: Airfoil Speakers Touch) auf das iPad, das iPhone und ggfs. auf dem iPod Touch.

Die Software ist schnell installiert und wird auf dem iMac gestartet. Bis hierhin passiert erst mal nichts, bis man auf das Lautsprechersymbol oben links neben „Computer“ klickt und es damit blau einfärbt. Im Hintergrund macht sich schnell iTunes bemerkbar, das soeben gestartet ist (war es bereits im Vorfeld gestartet, erscheint ein Hinweis, dass man es nun noch mal beenden darf).

Airfoil Speakers auf Macbook gestartet

Die weiteren Geräte werden im Moment des ersten Starts noch nicht sichtbar sein, da hier die Software ja noch gar nicht installiert bzw. gestartet ist. Das holen wir jetzt nach. Auf dem MacBook wird das Programm Airfoil Speakers also zuerst installiert und anschließend gestartet. Sobald der Status „waiting – ready for connection“ erreicht ist, wird der erfolgreiche Start am iMac angezeigt.

Auf iPhone und iPad wird die o.g. App installiert (die Clients sind alle kostenlos, die Serverversion gibt es nur als Testversion für umme).

Airfoil Speakers empfängt vom iMac

Auch beim Start der App geht das Gerät erst mal in einen Bereitschaftsmodus und wartet nun darauf, vom iMac ein Signal zu bekommen. Dies wird wieder über die jeweiligen Lautsprechersymbole erreicht – die Musik auf dem iMac sollte natürlich auch gestartet werden. Wenn ein Mac-Client die Verbindung aufgebaut hat, meldet er das über die Anzeige des Servernamens, dem Hinweis „receiving“ und des Zeitindexes des aktuellen Titels.

Airfoil Speakers Touch

Ein verbundenes iPhone oder iPad stellt bei Start der Übertragung neben einem Lautstärkeregler einen Screenshot des Servers dar und legt ebenfalls direkt mit der Wiedergabe los.

Im Prinzip muss man jetzt nur noch das MacBook via Line-Out/-In an die Wohnzimmeranlage anschließen, das iPad sturzsicher außerhalb des Sichtfelds der Langhaarigen auf dem Balkon deponieren (vielleicht direkt darunter noch ein Schild mit „Bier ist im Kühlschrank“ hängen, das sollte die Typen ablenken, wenn sie versuchen, die Quelle der HipHop-Beschallung zu finden), das iPhone (oder besser den iPod Touch) in die Docking stecken und diese in der Küche aufbauen und es kann los gehen.

Via iMac kann nun für jeden Client individuell die Lautstärke eingestellt werden bzw. die Musikübertragung im Zweifelsfall auch ganz beendet werden („Wenn du noch EINMAL auf das zugeschneite Geländer stehst, Freundchen, mach‘ ich die Musik aus! Das ist gefährlich! Und zieh‘ dir endlich ’ne Jacke an, verdammt! Noch mal sag‘ ich das nicht!“).

App "Remote" von Apple

Remote verbunden

Wenn jetzt am Schluss tatsächlich noch ein iPhone übrig ist, wird darauf noch kurz die ebenfalls kostenlose App Remote installiert.

Mit deren Hilfe muss man im Notfall nur versuchen, sich ins Bad, in den Panic Room oder auch unter einen gewöhnlichen Tisch zu retten und kann von dort aus wieder die Kontrolle übernehmen. Die App verbindet sich mit der Library auf dem iMac und übernimmt die komplette Steuerung der Titel – und in Verbindung mit Airfoil eben auch die Steuerung aller Endgeräte.


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1 Antwort

  1. 5. Mai 2011

    […] letzten Jahres hatte ich noch geschrieben, dass man unbedingt Airfoil braucht. Das war dumm. Aber da war ich auch noch jünger. Jetzt bin ich älter und weiß: Braucht […]

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